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Neuerscheinung zu Schwerpunktthemen
von Mitarbeitern unseres Vereins:







Integration funktioniert nicht

Querverweise: Migrationsblogg  - Aktion Butterbrot

Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) vom 28.2.2009 besagt: "Ausländische Mitbürger sind quer durch die Bundesrepublik Deutschland unzureichend sozioökonomisch integriert. Sie sind öfters arbeitslos als die deutsche Bevölkerung, verdienen weniger und hinken beim sozialen Status hinterher. Zu diesem Ergebnis kommt der Integrationsmonitor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Danach beginnt sich die Schere zwischen Zuwanderern und Einheimischen schon von Kindesbeinen an zu öffnen. Migrantenkinder haben beim Lesen gegenüber ihren deutschen Schulkameraden einen Wissensrückstand von bis zu zwei Schuljahren. Ausländische Jugendliche brechen mehr als doppelt so häufig die Schule ab und machen seltener das Abitur als ihre deutschen Mitschüler. Außerdem ergattern sie nicht so oft einen Ausbildungsplatz wie Schulabgänger mit deutschem Pass, und sie sind an Universitäten unterrepräsentiert.

 Die Folgen des Bildungsrückstands bestimmen das spätere Berufsleben: Ausländer sind doppelt so häufig arbeitslos wie Einheimische. Sie beziehen mehr als doppelt so oft Arbeitslosengeld II. Ihre Beschäftigungsquote ist unterdurchschnittlich. Die schwache berufliche Performance der Einwanderer spiegelt sich auch in deren Einkommen wider. Ausländische Haushalte erzielten 2006 im Schnitt ein monatliches Nettoeinkommen von 1.900 Euro, deutsche kamen auf 300 Euro mehr. Es gibt indes auch Positivbeispiele, wo es Zuwanderer geschafft haben, mit Deutschen gleichzuziehen. In Berlin haben sie beispielsweise bei den Firmengründungen die Nase vorn, in Baden-Württemberg und im Saarland sind sie als Häuslebauer sehr aktiv."

Unsere Lösungsbeiträge

Wir führen für Ausländer  in Bad Reichenhall  Integrationskurse gemäß der Integrationskursverordnung durch (Kommentar - zwar von 2005, aber bei sinkenden Schülerzahlen noch aktueller, VHS Frankfurt oder teachers once walked the earth now just walk in shit ).

Diese Kurse sind beileibe kein Standardprogramm. Aus Berliner Sicht ist alles klar geregelt. Aus unserer regionalen Perspektive ist schon das schiere Zustandekommen ein Problem, die Durchführung bei geringer und unstetiger Teilnehmerzahl - Schaffung materieller Voraussetzungen für eine Kursteilnahme, Erstattung von Fahrtkosten aus entfernteren Gegenden (Berchtesgaden, Marktschellenberg), Verbindung der Kursteilnahme mit der Notwendigkeit Geld zu verdienen. Von Anfang an sind wir dabei, diese äußeren Voraussetzungen zu klären, Unfallversicherungspflicht, Umsatzsteuer, Fahrtkosten - trotz dauernden Beschusses aller Beteiligter haben wir nun nach 3 Jahren vieles von vielen versprochen bekommen, aber immer noch keine klaren Regelungen auf dem Tisch liegen. Das ist ungeheuer enttäuschend! Vor allem wenn man erfährt, dass man an entsprechenden Stellen statt diese konkreten Probleme zu lösen. vorrangig damit beschäftigt ist, auf die terroristische Bedrohung unseres Landes hin "konkrete gesetzgeberische Antworten zu formulieren, um jeweils auf gesetzlicher Grundlage und auf der Grundlage klar definierter Befugnisse auf neue Bedrohungen antworten zu können" (Antwortschreibn von Bundeskanzlerin Merkel). Wir finden das ja nicht nur ein bisschen verrückt: Aber wir sind immer noch dabei.

Es gäbe an den Kursen außer der miserablen Bezahlung inhaltlich noch viel weiter zu entwickeln, dazu kommen wir nicht, weil die Verwaltungsaufgaben, das Bescheinigungswesen immer noch zunimmt. Auch wenn wir nach dem neuesten Entwurf der Integrationskursverordnung nur noch anlassbezogene Meldungen machen müssen, gibt es doch so viele Anlässe.....

Notwendig wäre fachlicher Austausch zum Unterricht, Entwicklung von Perspektiven, kontinuierliche Messung von Wortschatzerwerb der Teilnehmer, Entwicklung eines online-Assessment wie es einem Land Deutschland, das Technologieführerschaft beansprucht gut anstände. Wir sind dabei.

Natürlich ist auch die Entwicklung einer Strategie für das Deutsch im Beruf notwendig. Pragmatisch setzten wir das Konzept B2 des europäischen Referenzrahmens dazu um. Ob das für die Teilnehmer optimal ist? Wie erreichen wir aber die Menschen die erwerbrstätig sind - dynamisch beschäftigt in den typischen Jobs der Unterschicht? Wir brauchen neue entsprechend dynamische Angebotsformate für unserer Bildungsangebote: nicht mehr Kurse am Dienstag und Donnerstag abends, sondern Lerncafé und kommunikative, kollaborative Internetangebote. Wir sind dabei.

Es wäre für viele Arbeitgeber sinnvoll, ihre Hilfskräfte, die nur ungenügend oder nicht Deutsch sprechen, gezielt mit Deutsch am Arbeitsplatz zu schulen. Es ließen sich wohl einige kostspielige Fehler vermeiden, da und dort könnten Vorgesetzte auch mal einen Verbesserungsvorschlag erhalten. Das ist aber vielleicht nicht nur eine Frage der Deutschkenntnisse! Kurz um, es ist nicht damit getan, mit sozialem Flair etwas Deutsch zu üben Eine Erfolgsstrategie braucht eine Analyse der Situation im Unternehmen, darauf aufbauend einen Plan mit Zielvorgaben und Wegskizzen - die vielleicht auch mal revidiert werden müssen. Wir sind dabei.

Wenn man mal im Bus oder Bahnhof sitzt und sieht, wer alles aus unserem typischen Klientel gelangweilt mit seinem Handy rumspielt, dann denkt der Pädagoge doch darüber nach, ob man statt 'dummen' Spielen da nicht Lernanforderungen hineinpacken könnte? - Mobiles Lernen!. Wir sind dabei.

Es fällt einem Zehnjährigen aus der Oberschicht immer leichter, selbst bei weit unterdurchschnittlichen Leistungen eine Empfehlung seiner Grundschule für den Besuch des Gymnasiums zu erhalten, von einem Kind aus einem Arbeiter- oder gar Migrantenhaushalt werden Spitzenleistungen verlangt. Vielleicht kann man helfen, diesen Übergang in eine höhere Schule zu unterstützen, zu schaffen, um mindestens eine Chance herzustellen, im höheren Schulsystem bleiben zu können. Wir sind dabei.